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Streuobst


Die heimischen Streuobstbestände sind landschaftsprägende Elemente unserer Kulturlandschaft. Sie gelten heute als stark gefährdetes Biotop. Fehlende bzw. nicht fachgerechte Pflege führt dazu, dass die naturschutzfachlich bedeutenden Altbestände aus der Landschaft verschwinden. Alte Streuobstbestände beherbergen einen Schatz an alten Obstsorten, den es für zukünftige Generationen zu erhalten gilt. Außerdem bieten sie unverzichtbaren Lebensraum für eine Vielzahl an Insekten, Vögeln und Kleintieren. In Hessen stellen extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen beispielsweise ein ideales Habitat für den in Deutschland stark gefährdeten Steinkauz (Athene noctua) dar. Ebenso tragen sie zu einem attraktiven Landschaftsbild bei.

 

Der Landschaftspflegeverband plant fachgerechte Pflanzungen mit alten erhaltenswerten Obstsorten. Auch der Erhalt der Altbäume und die Entwicklung kräuter- und blumenreicher Wiesen durch abgestimmte Mahd oder Beweidung stehen im Fokus des Landschaftspflegeverbandes.

 

Für die Erhaltung des Kulturgutes Streuobst spielt die Wissensvermittlung über fachgerechte Pflege eine entscheidende Rolle. Daher bietet der Landschaftspflegeverband zusammen mit Kooperationspartnern eintägige Obstbaumschnittkurse sowie seit 2018 eine Ausbildung zum "Zertifizierten Landschaftsobstbauer"/ zur "Zertifizierten Landschaftsobstbauerin" an. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Gerätschaften u.a. für die Pflege der eigenen Obstbäume auszuleihen.[Kurse und Angebote]

 

Streuobstprojekt

Im Oktober 2018 hat der Landschaftspflegeverband ein Projekt zur Verbesserung des Zustandes von Streuobstbeständen in den Mitgliedskommunen begonnen. Dafür wurden beim Land Hessen erfolgreich Fördermittel zur Streuobst-Kartierung beantragt. Schwerpunkt der Kartierung sind Streuobstflächen, die im Jahr 1993 als "Geschützter Landschaftsbestandteil" (GLB) ausgewiesen wurden. Insbesondere in den Mitgliedskommunen, die kein Streuobst-GLB aufweisen, wurden weitere ausgewählte Vorkommen kartiert. Der Fokus liegt dabei auf der Dokumentation des Pflegeaufwandes. Bisher wurden mehr als 1000 Obstbäume in ein geographisches Informationssystem aufgenommen.

 

Nach Abstimmung mit Eigentümern und Pächtern wurden 2019 erste Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen unter der Verwendung von Fördermitteln durchgeführt. Die Maßnahmenumsetzung soll 2020 fortgesetzt werden.

 

Nachfolgend finden Sie eine Pressemitteilung über das Projekt. PM_LPV_Streuobstkartierung_20190219.pdf