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Lebendige Mauern - Kultur trifft Natur


Trockenmauern bestehen aus Bruchsteinen und sind unverfugt. Sie wurden hauptsächlich in Weinanbaugebieten errichtet, um die Steilhänge vor Erosion zu schützen. Heutzutage verfallen viele dieser Mauern oder werden durch verfugte Betonmauern ersetzt. Dadurch geht Lebensraum verloren, da sich Kleintiere und wärmeliebende Reptilien wie Eidechsen und Schlangen nun nicht mehr ins Mauerinnere zurückziehen können. Insekten geht eine Nahrungsgrundlage verloren, da sich auf und zwischen den Steinen keine blühenden Wildpflanzen mehr ansiedeln können. Neben den ökologischen Vorzügen bereichern Trockenmauern das Landschaftsbild, was sich positiv auf die touristische Attraktivität einer Region auswirkt.

Der Bau von Trockenmauern bedeutet zeit- und kostenintensive Handarbeit. Der Landschaftspflegeverband saniert Trockenmauern unter der Verwendung von Fördermitteln. Diese Maßnahme dient gleichermaßen der Erhaltung eines Kulturgutes, dem Erosionsschutz und dem Naturschutz.

 

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Hessische Umweltministerin Priska Hinz zu Besuch

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz besuchte auf ihrer Sommertour 2019 das vom Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus e.V. (LPV) durchgeführte Projekt "Sanierung und Errichtung von Trockenmauern in Eltville-Martinsthal und Lorch-Lorchhausen". Dabei besichtigte sie den fertiggestellten Trockenmauerabschnitt in Eltville-Martinsthal.

Der LPV konnte für das Projekt eine 100 %ige Förderung zur Umsetzung von nicht-produktiven investiven Naturschutz-maßnahmen in der Agrarlandschaft nutzen. Diese Fördermöglichkeit ist in die "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) eingebunden und wird vom Bund sowie Land Hessen finanziert.

 

Die stellvertretende LPV-Geschäftsführerin Sonja Kraft stellte bei einem kurzen Spaziergang entlang der Trockenmauer das Projekt vor, durch das wertvolle Biotope für schützenswerte Arten wie die Mauereidechse, die Äskulapnatter, die Schlingnatter, die Zaunammer und die Zippammer geschaffen werden. Im Zuge ihres Besuches überreichte Umweltministerin Priska Hinz dem LPV einen Förderbescheid für die Sanierung und Errichtung weiterer Trockenmauerabschnitte sowohl in Lorchhausen als auch in Martinsthal.

 

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Thomas Petsch (stellv. LPV-Vorsitzender)

bedankt sich bei Umweltministerin Priska

Hinz und nimmt den neuen Förderbescheid

für den LPV entgegen.

         

v.l.n.r.: Patrick Kunkel (Bürgermeister Stadt Eltville), Brigitte

Lindscheid (Regierungspräsidentin Darmstadt), Umweltministerin

Priska Hinz, Jürgen Helbing (Bürgermeister Stadt Lorch), Thomas

Petsch (stellv. LPV-Vorsitzender) und Landrat Frank Kilian.